Niedrigwasser auf der Donau: Flusskreuzfahrtschiffe müssen umrouten

Die anhaltende Trockenheit wirkt sich vor allem auf der Donau aus. Flusskreuzfahrtschiffe können sie wegen Niedrigwasser teilweise nicht mehr befahren. Der untere Rhein und seine Nebenflüsse sind derzeit nicht betroffen – noch nicht. “Die Situation ist kritisch”, sagt Nuno Cabrita, Produktchef von Phoenix Reisen, zum Niedrigwasser, mit dem die Flussreisebranche derzeit zu kämpfen hat. Die anhaltende Trockenheit hat unter anderem Auswirkungen auf der Donau zwischen Straubing und Passau. Dort können derzeit nur Schiffe mit wenig Tiefgang fahren.

Ganz dicht gemacht hat aktuell Budapest. Die Stadt ist auf dem Fluss derzeit nicht anzusteuern. Glück für die Thomas Hardy von Viva Cruises. Sie hat die Stadt bereits passiert und ist derzeit auf dem Weg ins Donau-Delta. “Aber wie es auf dem Rückweg aussieht, müssen wir sehen”, sagt Viva-Geschäftsführerin Andrea Kruse. “Die Situation ist eine ganz enge Kiste.” Nach Ansicht von Nuno Cabrita könnte es auch auf der unteren Donau und im Donau-Delta kritisch werden. “Wir beobachten die Situation täglich und müssen mit unseren Reedereipartnern flexibel reagieren.”

Auch wenn der untere Rhein und seine Nebenflüsse noch befahrbar sind, gibt es Probleme am Oberrhein. So konnte beispielsweise die Rhein Melodie von Nicko Cruises Basel nicht anlaufen und nahm den Bettenwechsel stattdessen in Frankfurt vor. Auch die Viva Tiara, die in Richtung Straßburg unterwegs ist, könnte davon betroffen sein. Nicko Curises hat den geplanten Ausflug nach Straßburg von Mannheim aus auf dem Landweg organisiert. Diese Möglichkeit nutzen auch andere Anbieter. Sie überbrücken Lücken auf den Wasserwegen, wo es geht, mit Busfahrten oder Alternativprogrammen. Schließlich ist die Branche an Fahrplanänderungen wegen Hoch- oder Niedrigwasser gewöhnt.

Rhein-Kreuzfahrten sind bei den Flussreisekunden derzeit am beliebtesten. Deutsche Gewässer stehen bei den Kunden der Flusskreuzfahrt weiterhin hoch im Kurs, so eine Zwischenbilanz des DRV. Die Branche habe jetzt wieder das Niveau der Vor-Corona-Zeit erreicht. Die Wasserstände auf Donau und Rhein könnten die Saison jedoch noch treffen.
Eigentlich läuft die Saison 2022 richtig gut für Arosa, Nicko, Phoenix und Co. Die Flussreisenabieter können weitgehend auf Corona-Einschränkungen verzichten, zumindest in Deutschland. Entsprechend groß ist die Nachfrage gerade nach Rhein, Main und Mosel.

Doch die anhaltende Trockenheit in weiten Teilen des Landes könnte ihnen noch die Bilanz vermiesen. Schon jetzt ist die Donau nur eingeschränkt befahrbar, und auch der Oberrhein mit Basel macht Probleme. Noch ist die Situation nicht dramatisch und kann mit einigen Umroutungen aufgefangen werden. “Aber es kann eng werden”, sagt Andrea Kruse, Geschäftsführerin von Viva Cruises.

Der DRV zieht derweil bereits ein positives Zwischenfazit zur Flusssaison 2022. “Flusskreuzfahrten erfreuen sich in diesem Jahr einer hohen Nachfrage”, sagt Benjamin Krumpen, der als Geschäftsführer von Phoenix Reisen auch stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses Kreuzfahrt im DRV ist. Die Branche habe nach einem Gäasteverlust von mehr als zwei Drittel auf etwas über 200.000 Reisende im vergangenen Jahr jetzt wieder das Niveau von vor der Corona-Zeit erreicht.

Das mit Abstand beliebteste Fahrtgebiet in Deutschland ist der Rhein, gefolgt von Mosel, Main/Donau-Kanal und der Elbe. “Wir erleben ein Comeback der Flusskreuzfahrt”, sagt Krumpen. Verhaltener entwickele sich dagegen das Geschäft auf Flüssen außerhalb Europas, wie etwa auf dem Nil. Aber auch dort sei ein klarer Trend nach oben zu erkennen.

Das Preisniveau ist nach Angaben von Benjamin Krumpen in diesem Jahr stabil geblieben. Auch die Vorausbuchungen für 2023 entwickeln sich vor allem für deutsche Flüsse bereits vielversprechend. Dazu tragen die zahlreichen Frühbucher-Rabatte bei, die die meisten Anbieter bereits in den Markt gestellt haben.

Quelle: FVW / Christiane von Pilar

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